Entwicklung Areal Ulrich

      Entwicklung Areal Ulrich

      Die geplante Bebauung mit ca.15 kleineren Lokalen für den Einzelhandel innerhalb des Einkaufszentrum ist für die immer wieder angestrebte Wiederbelebung der Altstadt abträglich. Die vorgelegte Planung hat einen weiteren Verdrängungs- und Verlagerungsprozess aus der "Altstadt Homberg" zur Folge. Ich widerspreche daher der vorgelegten Planung, insbesondere auch, weil die folgenden unrentierlichen Kosten für weitere begleitende und nicht dem Vorhaben zuzuordnen erforderlichen Maßnahmen später durch erhöhte Umlagen von uns als Bürgern getragen werden müssen.
      Die Bemühungen des neuen Stadtmarketings haben noch nicht zu einer dauerhaften Wiederbelebung, Wiedervermietung oder Nachfrage nach Gewerbefläche geführt. Das seit einem Jahr versprochene Leerstandskataster wurde nicht erstellt, sodass eine sachgerechte Abwägung von Angebot und Nachfrage nach Flächen für den Einzelhandel erfolgen kann. Der Hinweis auf die zukünftige Rahmenplanung ist für die Hausbesitzer nur ein bedingter Trost.

      Insgesamt ist die Planung unschlüssig, kritische Anmerkungen im Verkehrsgutachten werden nicht ausreichend gewürdigt, offene Fragen wurden bisher nicht abschließend planerisch geklärt. Verkehrsgefährdungen und Verkehrsprobleme durch den zunehmenden Verkehr sind nicht auszuschließen. Folgekosten für die Regulierung der erforderlichen Umbaumaßnahmen sowie die geplanten Umbaukosten für einen Kreisel werden die Folge sein. Weitere Verschuldungen sind den Homberger Bürgern nicht zu zumuten und dürfen nicht den nachfolgenden Generationen aufgebürdet werden. Ausgehend von den angekündigten Planungen nur zur Errichtung eines Rewe- und Discountermarktes als Frequenzbringer wurde entgegen der Ankündigen ein Gebäudekomplex geplant, der in Form und Gestaltung nicht den Anforderungen an eine moderne und dem Standort vor den Toren der historischen Kernstadt Homberg entsprechende Gestaltung gerecht wird. Die überdimensionierten Attrappengiebel durchbrechen in ihrer Ausformung die Grundzüge der historischen Bebauung der Ziegenhainer Str.. Eine moderne unverfälschte Architektur wäre ehrlicher und könnte auf das ehemalige preußisch königliche Lehrerseminar in unmittelbarer Nachbarschaft als prägendes Gebäude der Straße Rücksicht nehmen. Die gezeigten Beispiele der Giebelhäuser haben Wohnfunktionen, sind daher nicht mit der Situation in Homberg vergleichbar. Meine Bedenken richten sich nicht gegen eine Nutzung des Geländes gegen einen größeren Rewe- und Discountermarkt sowie Drogeriemarkt als die eigentlichen Frequenzbringer. Bedenken bestehen gegen die untergeordneten Einzelhandelsflächen, die ausreichend in der Altstadt vorhanden sind. Der Gebäudekomplex ist in Größe und Gestaltung zu groß für die umgebende gewachsene Einzelbebauung. Aus den o.a. Gründen widerspreche ich der vorgelegten Planung.

      Ich rege an, eine deutliche reduzierte Bebauung zu planen, die sich lediglich auf die Frequenzbringer begrenzt. Durch eine andere Bauausführung können gegebenenfalls auch andere Probleme des Anlieferverkehrs sowie der Verkehrssicherheit mit abgearbeitet werden. Insofern wäre auch zu prüfen, ob nicht die westlich angrenzenden Flächen in den Bebauungsplan aufgenommen werden sollten. Nur unter Einbeziehung der derzeit von Rewe genutzten Flächen kann eine Stadtentwicklung zielführend hinsichtlich zukünftiger Nutzung bei gleichzeitiger Lösung der Verkehrsprobleme genutzt werden. Die weniger flächenintensiven Einzelhandelsbetriebe gehören in die historische Altstadt, durch die jetzige Planung wird gleichsam der Leerstand in der Innenstadt gefördert. Das Einkaufserlebnis muss die Stadt in ihrer Gesamtheit sein, das Erlebnis darf nicht auf das Einkaufszentrum beschränkt sein.