​Presseerklärung der Homberger Bürgerinitiative gegen Suedlink e.V.: Der Kampf um die Netze

      ​Presseerklärung der Homberger Bürgerinitiative gegen Suedlink e.V.: Der Kampf um die Netze

      Die Stromnetze in Deutschland sind ein häufig unterschätzter Machtfaktor. Durch den Besitz der Stromnetze haben die vier großen Konzerne viele Jahre ihre Macht abgesichert. Um möglichst hohen Gewinne zu erzielen, haben sie sich aber nicht um die Wartung der Netze gekümmert. Weshalb das bestehende Stromnetz teilweise fehleranfällig ist. Der Versuch der EU, Stromproduktion und Netze durch gesetzliche Vorgaben in getrennte Hände zu legen, ist gescheitert. RWE hat für die Netze die Tochtergesellschaft Amprion gegründet, Vattenfall hat 50Hertz. Nur Eon hat seine Netze tatsächlich an den holländischen Staatskonzern Tennet verkauft. Mittlerweile gibt es eine Bundesnetzagentur, die den Ausbau der Netze planen soll. Doch die Konzerne haben eigene Pläne, wie eine Studie des BUND ergab. Sie arbeiten daraufhin, künftig mit überdimensionierten Stromtrassen wie Suedlink – selbstverständlich von der Allgemeinheit finanziert – vermehrt Kohlestrom von Norden nach Süden zu leiten. Erst vor wenigen Tagen ist in der Nähe von Hamburg ein neues Kohlekraftwerk eingeweiht worden. Die prognostizierten Strommengen aus Kohlekraftwerken für das Jahr 2022 liegen mit fast 250 Terawattstunden bis zu 100 Terawattstunden über den aktuellen Annahmen in den Energieszenarien der Bundesregierung (siehe Prof. Jarras, Prof. v. Hirschhausen und den Energie-Weltunternehmer M. Willenbacher). Das würde zu einem Mehrausstoß von etwa 90 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2022 führen. Die Verantwortung für diese zunehmende Umweltverschmutzung in einem gigantischen Ausmaß tragen die Suedlink-Parteien CDU,SPD und Grüne. Das Binnenland hat gegenüber den Offshore-Windanlagen einen wichtigen Vorteil – die Stetigkeit des Windes: Wir brauchen daher hier weniger Netzausbau und Kohle als Ausgleichsenergie als an den norddeutschen Offshorestandorten. Dort weht der Wind zwar im Durchschnitt stärker, aber er frischt permanent auf und ab, dieser Tatbestand ist Gift für die Netze und macht Kohlestrom als Ausgleich zwingend notwendig. Die Forderung „Windenergie nur in Norddeutschland“ ist daher falsch. Vielmehr hilft eine ausgewogene Verteilung von Windstrom und weitere erneuerbare Energiegewinnung in ganz Deutschland, um Systemkosten zu minimieren. Im Übrigen erreichen moderne Schwachwindanlagen schon bei mittelmäßigen Windverhältnissen mit 6,25 m/s die volle Auslastung von 4000 Jahresvolllaststunden. Durch den verstärkten Ausbau von dezentraler Energiegewinnung sehen die fossil-nuklearen Kraftwerksbetreiber ihre „Felle“ wegschwimmen. Hier liegt der Grund für die Planung und Realisierung der Monsterstromtrassen wie Suedlink. Der Kampf um die Netze geht weiter, doch mittlerweile gibt es eine große zunehmende Protestbewegung gegen diese Trassen aus unserer Gesellschaft heraus.

      Bernd Herbold
      Mit freundlichen Grüßen
      Uwe Dittmer
      Magistrat der Kreisstadt Homberg (Efze)
      Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
      Rathausgasse 1
      34576 Homberg (Efze)
      Tel.: (05681) 994-126
      Fax.: (05681) 994-225
      Email: uwe.dittmer@homberg-efze.de
      Internet: homberg-efze.eu